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Bericht

Zwischen dem 17.05.2010 und 1.07.2010 war ich mit dem Auto mehrheitlich in Spanien und Portugal unterwegs, dabei führte die Fahrt zusätzlich durch Frankreich und Andorra. Einen kurzen Ausflug gab es noch nach Gibraltar. Um nicht übermässige lange Fahrstrecken zu bewältigen, durchfuhr ich Frankreich beim Beginn der Reise innert 3 Tagen und innert 2 Tage bei der Rückkehr.

Reiseführer

  • Pyrenäen, Rother Wanderbuch, 2003
  • Portugal Handbuch, Reise Know-How, 2007
  • Pyrenäen Handbuch, Reise Know-How, 2003
  • Guide Vert Languedoc Roussillon, Michelin
  • Spanien, lonely planet, 2009 (Englisch) 2010(Deutsch)
  • Portugal, lonely planet, 2009
  • Map & hiking guide Ordesa y Monte Perdido
  • En busca de los hitos fronterizos - Rutas por la muga
  • Pyrénées Édition 2010, Balades & randonnées

Die durchgestrichenen Reise- bzw. Wanderführer wurden mir unterwegs gestohlen und waren daher für die Reiseplanung nicht mehr relevant. Es war nicht möglich, beispielsweise in Sevilla gute Wanderführer bzw. Reiseführer für die Pyrenäen zu bekommen. Zudem bevorzuge ich noch immer Bücher in der deutschen, englischen oder französischen Sprache, da meine Lesegeschwindigkeit in diesen Sprachen höher ist als im Spanischen.

Unterwegs mit dem Auto

Oftmals wird über die unterschiedlichen Fahrstillen in den einzelnen Ländern diskutiert. Wahrscheinlich auch von Autofahrer, die noch nie oder nur wenig Fahrstrecke und zudem grösstenteils auf Autobahnen in der diskutierten Fremde zurück gelegt haben. Zugegeben, ich bin auch kein Experte, aber einige Eigentümlichkeiten sind mir aufgefallen.

Fahrstil der Franzosen, Spanier und Portugiesen

Die Fahrstille der Franzosen und Spanier waren akzeptabel. Das Autofahren in Frankreich und auch Spanien kannte ich schon von früheren Reisen. Die Autofahrer diese beider Länder haben eine weitaus höhere Disziplin bezüglich Höchstgeschwindigkeiten und Verhalten im Kreisverkehr als die Portugiesen.

Wenig Disziplin der portugiesischen Autofahrer

Wer in Portugal innerorts mit 50 km/h herumfährt, ist wahrscheinlich ein Ausländer, jedenfalls die Portugiesen halten sich nicht an dieses Tempolimit. Was mich weitaus mehr störte, waren die geringen Sicherheitsabstände zum Vordermann, vielleicht stehen die Portugiesen über den physikalischen Gesetzen der Verzögerung. Zudem nehmen einem die Portugiesen knallhart den Vortritt im langsamen verkehrsreichen Stadtverkehr, diese Erfahrung machte ich am einem Samstagnachmittag im Zentrum von Porto. Des weitern wird das Auto einfach mal auf der Strasse parkiert, auch wenn dies den Verkehrsfluss vehement stört. Die Bodenmarkierung in den zweispurigen Kreisel könnten sie sich sparen, da diese von den sportlichen Fahrern kaum Beachtung findet.

Frankreich mit seinen Kreiselorgien zerstört den Verkehrsfluss

In Portugal funktioniert das Fahren mit dem Tempomaten auf Landstrassen über längere Fahrstrecken bestens - etwas weniger in Spanien und fast gar nicht in Frankreich. Nur in Portugal konnte ich die Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h auf Landstrassen über weite Distanzen unterbrechungsfrei aufrechterhalten. In Frankreich ist das Fahren neben der Autobahn durch die vielen unnötigen Kreisel zu einer mühsamen Angelegenheit geworden, vielleicht sollten die französischen Verkehrsplaner einen Blick auf die Iberischen Halbinsel werfen.

Navigationsgerät ein Segen mit nicht augenfälligen Nachteilen

In den grossen Städten wie Barcelona, Lissabon, Sevilla usw. versuchte ich möglichst das Auto nicht zu benutzen. In Barcelona hatte ich mein Hotel in einem Vorort von Barcelona, mit der Bahn ging es in 25 Minuten in das Stadtzentrum. In Valencia hatte ich diese Wahl nicht mehr, weil das Auto in die Reparatur musste. Ein Navigationsgerät mit der frühen Ankündigung der Richtungswechsel ermöglicht eher das stressfreie Fahren im Grossstadtverkehr für einen Ortsfremden.

Kartenmaterial des Navigationsgerätes nicht immer aktuell

Obwohl das Kartenmaterial das letzte Update einen Tag vor meiner Abreise erhielt, kannte das Gerät einige Male die aktuellsten Änderungen des Strassennetzes nicht. Selten ist daher angebracht, nicht den Anweisungen des Gerätes zu folgen.

Der nicht offensichtliche Nachteil eines Navigationsgerätes

Einen der Nachteile eines Navigationsgerätes möchte ich hier nicht verschweigen, oftmals war mir die Routenwahl des Navigationsgerätes völlig gleichgültig. Die allermeiste Zeit hätte ich die zurückgelegte Route nicht auf einer Landkarte exakt nachzeichnen können. Die Planung reduzierte sich auf den nächsten Zielort gelegentlich mit einer Route über einen bestimmten Ort. Ich hatte auch keine Strassenkarte dieser Länder mit mir, ich vertraute mehr oder weniger den Anweisungen des Navigationsgerätes. Hinter dem Steuer ist es sehr angenehm, bequem und beruhigend diesen Anweisungen zu folgen, anderseits war das Bewusstsein für die gewählte Route eher gering.

In der Zukunft werde ich teilweise bewusst auf das Navigationsgerät abseits der grösseren Städte verzichten. Natürlich verlangt dies nach brauchbaren Landkarten und eine gewissen Planung. Anderseits kenne ich die Zeit vor dem Navigationsgerät und damals gelang es mir meistens mit gutem Kartenmaterial die angezielten Örtlichkeiten ohne grössere Irrfahrten zu erreichen.

Reiseprogramm

17.05 Steffisburg - Annecy - Aix-les-Bains
Abfahrt in Richtung Genf, am späteren Nachmittag der Besuch des geruhsamen Annecy. Weiterfahrt zum Hotel in Aix-les-Bains.

18.05 Aix-les-Bains - Chambéry - Grenoble - Orange
Der Stadt Chambéry konnte ich nicht viel abgewinnen, daher nur ein kurzer Besuch. Besser gefiel mir Grenoble. Dort trug mich die Stadtseilbahn zur Bastille hoch. Am späteren Nachmittag ging es weiter in Richtung Orange, dort gibt es einige römische Bauwerke zu bewundern.

19.05 Orange - Orgnac-l'Aven - Perpignan
Die Tropfsteinhöhle Aven d'Orgnac war eines der Highlights dieser Reise. Das Navigationsgerät wählte eine Fahrroute, die teilweise durch eine herrliche Gegend führte. Am Abend ging es in das Zentrum von Perpignan.

Spanien

Bis zu dieser Reise hatte ich in Spanien nur Madrid, Baskenland und einige Kanarische Inseln bereist. Aus diesem Grund wurde auch Madrid auf dieser Route nicht berücksichtigt.

Spaniens Landschaft ist mit seinen drei bekannten Gebirgen Pyrenäen, Picos de Europa uns Sierra Nevada und seinen schönen Ständen und teilweisen auch wilden Küsten sehr abwechslungsreich. Die Städte wie Madrid, Barcelona, Valencia usw. haben ihre Sehenswürdigkeiten und ermöglichen in der Kombination mit Spaniens Landstrichen ein vielfältiges Reiseprogramm. Nicht zu vergessen sind die kleinen zeitlosen Dörfer, das reichhaltige Essen und die grosse Auswahl an Weine.

Wahrscheinlich wird die Schweiz nicht nur infolge ihres hohen Preisniveaus von spanischen Touristen eher gemieden, sondern vielmehr auf Grund der Attraktivitäten des eigenen Mutterlandes.

Kritisches

Es entsteht schon des Öfteren das Gefühl, dass sich die Immobilienmagnaten in Spanien wie Könige aufführen dürfen. Beispielsweise werden schöne Küstengegenden schon mal mehr oder weniger zubetoniert ungeachtet der ungelösten Wasser- bzw. Abwasserprobleme.

Um die Kritik zu relativieren: Spanien wird wahrscheinlich von den Immobilienmagnaten regiert in der Schweiz ist es die Hochfinanz. Beide Mächte können in ihren Heimatländer erheblichen Schaden anrichten.

20.05 Perpignan - Port-Vendres - Tossa de Mar - Lloret de Mar - Molins de Rei
An diesem Tag ging es bei herrlichem Wetter meistens der Küste entlang in Richtung Barcelona. In den oben genannten Orten habe ich eine Pause eingeschaltet, wobei mir Tossa de Mar am besten entsprach. Anziehungspunkt für die jungen Erwachsenen ein ist Lloret de Mar.

21.05 Barcelona Tag 1
Zuerst war ich überrascht von den zahlreichen Touristen in Barcelona. Der Architekt Antoni Gaudí hat dieser Stadt nicht nur pompöse Bauten hinterlassen, sondern auch einen unsichtbaren Touristenmagnet.

Nebst diesen Gaudí-Bauwerke hat Barcelona natürlich noch mehr zu bieten, beispielsweise einige Museen, wie beispielsweise dieses von Picasso. Ausruhen lässt sich einfach am lebhaften Strand mit seinen vielen Restaurants.

Für die Fortbewegung benutzte ich die Untergrundbahn, Nahverkehrsbahn und den Touristenbus. Ich kaufte mir die Fahrkarte für zwei aufeinander folgende Tage.

22.05 Barcelona Tag 2
Am ersten Tag konnte ich nur eine Strecke mit dem Sightseeingbus bewältigen. An diesem Tag gelang es mir noch die zwei anderen Routen. Der Audio-Guide ist sehr informativ.
Aussicht von Park Güell über Barcelona
Park Güell, und Castell de Montjuïc waren weiter Sehenswürdigkeiten.

23.05 Molins de Rei - Monistrol de Montserrat - Tarragona
Blick auf Monistrol de MontserratNach zwei Tagen in einer Stadt wollte ich ein bisschen wandern. Der Montserrat liegt zirka 50 km nordwestlich von Barcelona. Nach der Wanderung auf den Sant Jeroni musste ich mit der negativen Überraschung eines Diebstahles klarkommen, siehe "Aeri Montserrat, Spanien am 23.05.2010". Leider habe ich in der Folge von Tarragona nicht viel gesehen.

24.05 Tarragona - Valencia
Der erste Akt an diesem Tag war der Besuch bei der Polizei "mossos esquadra tarragona" in Tarragona. Danach ging es auf der Autobahn in Richtung Valencia.

Das Auto musste in Valencia in die Reparatur gebracht werden. Die erste empfohlene Garage konnte die Fensterscheibe nicht reparieren und diese gab mir die Adresse einer anderen offiziellen VW-Garage für die Reparatur. Da einige Geschäfte erst um 22.00 Uhr schliessen, konnte ich einige Kleider kaufen.

25.05 Valencia Tag 1
Im Park Río Turía
Die Stadt wirkte weitaus weniger touristisch als Barcelona und hat einen interessanten öffentlichen Park, er liegt im alten Flussbett des Río Turía. Dieser 110 Hektar grosse Garten beinhaltet Sportplätze, Spielplätze, Schnellimbiss usw., natürlich führen auch Brücken darüber.

Da mich der Touristenbus in Barcelona begeisterte, benutzte ich in Valencia für den Überblick sein Äquivalent Bus Turistic. Danach besuchte ich das Zentrum und machte weitere Einkäufe.

26.05 Valencia Tag 2
Museo de las Ciencias Príncipe Felipe Ágora
Nachdem ich mein Auto aus der Reparatur geholt hatte, verbrachte ich den Tag mehrheitlich im Museo de las Ciencias, Oceanogràfic und Hemisfèric.Nach einer gewissen Hektik in Barcelona gefiel mir die Ruhe in Valencia besonders.

27.05 Valencia - Calpe - Benidorm - Alicante
In Calpe war der erste mehrstündige Aufenthalt auf dem Weg nach Alicante.
Blick über Benidorm
Benidorm hat viele Hotelbetten und auch zwei schöne Strände, dort fühlen sich auf viele ältere Mittel- und Nordeuropäer wohl.

28.05 Alicante
Blick vom Castillo de Santa Bárbara über Alicante
Für Alicante konnte ich mich nicht wirklich begeistern. Eine schöne Aussicht auf die Stadt gibt es vom Castillo de Santa Bárbara. Ansonsten wurde mein kleines Reisegepäck mit weiteren Einkäufen erweitert.

29.05 Alicante - Úbeda - Baeza
Nach dem ich die letzten Tage an der Küste entlang fuhr, folgte die Fortsetzung in Richtung Landesinneren, dabei wurde die Landschaft mit dem Fortschreiten des Tages immer schöner - soweit das Auge reicht nur noch Olivenplantagen.
Olivenplantagen
Zudem waren nach dem touristischen Alicante, Benidorm usw., die beiden kleinen Renaissance-Städte Úbeda und Baeza gerade die richtige Abwechslung.

30.05 Baeza - Cazorla - Parque Natural de las Sierra de Cazorla - Granada
Nach einem kurzen Stopp in Cazorla ging es weiter in den Parque Natural de las Sierra de Cazorla.
Sierra de Cazorla mit Blick über Arroyo Frio
Mit der Wanderung am Río Borosa habe ich noch ein bisschen mein Körper bewegt. Die Fahrt nach Granada war auf Grund von Ausweichroute ziemlich abenteuerlich, führte aber durch eine schöne Gegend.

31.05 Granada
Alhambra Palacios Nazaries
Die Alhambra ist die meistbesuchte Attraktion in Spanien, daher ist Geduld gefragt. Natürlich verbrachte ich auch noch einige Zeit im Zentrum von Granada.

1.06 Granada - Alpujarras - San José
Die Fahrt durch die Alpujarras gab mir die Chance die Sierra Nevada ein bisschen näher zu betrachten. Vor dieser Fahrt war ich mir noch im Unklaren für eine oder mehrere Wanderungen in diesem Gebirge.

Alpujarras von der Strasse A348
Mir schien das Gebirge aus der Weite betrachtet eher karg und damit wenig anziehend für einen Wanderer, der gerne auch ein paar Kilometer durch den Wald schreitet. Zudem waren die folgenden Küstenwanderungen in der Gegend San José auch in einem kargen Gebiet, dabei wurde ich aber mit schönen Stränden entschädigt.

2.06 Cabo de Gata Tag 1
Wanderung an der Küste von San José in südwestlicher Richtung. Playa de los Genoveses Playas del Barronal, Playa de Monsul usw.

Playa de los Genoveses
Zwischendurch konnte ich mich im Meer abkühlen.

3.06 Cabo de Gata Tag 2
Küstenwanderung an der Küste von San José in nordöstlicher Richtung bis Los Escullos.

Wanderung in Richtung Los Escullos
Gegenüber der Wanderung einen Tag zuvor, gab es auf dem Weg kaum einen Strand - die Gegend wirkte dafür etwas wilder.

4.06 San José - Cueva de Nerja - Antequera - Estepona
Die Cueva de Nerja konnte ich mich nicht nach Aven d'Orgnac nicht begeistern. Antequera ist eine hübsche Provinzstadt, mein primäres Ziel galt den Dólmenes de Antequera.

Blick von Alcazaba über Antequera

5.06 Estepona - Marbella - Puerto Banús - Estepona
Heute stand das östliche Küstengebiet von Estepona auf dem Programm. Zuerst ging es nach Marbella dort promenierte ich einige Kilometer im Stadtzentrum und an der Küste, erstaunlicherweise zog am Strand ziemlich starker Nebel auf. Auch den Prunk der Reichen wollte ich sehen, daher wurde der Ausflug mit Puerto Banús fortgesetzt.

Strand von Puerto Banús

Gibraltar

Diese britische Enklave mit dem 426 m hohen Fels wollte ich mir nicht entgehen lassen. Nebst des Felses ist auch Gibraltar-Stadt mit ihrem britischen Flair durchaus eine willkommene Abwechslung. Erstaunlich ist auch die Landebahn des gibraltarischen Flughafens, über diese führt die vierspurige Strasse des Grenzüberganges von Spanien her.

6.06 Estepona - La Línea de  la Concepción - Gibraltar - Tarifa - Estepona
Gibraltar konnte ich mir nicht entgehen lassen, daher zuerst die Fahrt nach La Línea de  la Concepción. Dort parkierte ich mein Auto im Parkhaus, das in der Nähe des Grenzüberganges liegt. Ich erkundete Gibraltar per Fuss und mit der Seilbahn.

Spaniens südlichste Festlandspitze konnte ich mir nicht entgehen lassen. Die weissgewaschene Altstadt und die eindrucksvollen Sandstrände sind ein Touristenmagnet.

7.06 Estepona - Ronda - Arcos de la Frontera - Castilleja de la Cuesta
Museo de las Ciencias Príncipe Felipe ÁgoraErstaunlicherweise ist das Hinterland der Costa del Sol nicht nur sehr hügelig, sondern auch beachtlich grün.

Die Fahrt nach Ronda mit 744 m über Meeresspiegel steigt ziemlich an. Obwohl es Massen von Touristen nach Ronda zieht, ist die maurische Altstadt einen Ausflug wert. Nebst der spektakulären Lage dieser Stadt gibt es beispielsweise mit der Plaza de Tororos de Ronda auch eine elegante Stierkampfarena. Diese ist für den Besucher zugänglich.

Arcos de la Frontera ist weitaus ruhiger aber auch weniger spektakulär.

8.06 Sevilla
Wie während dieser Reise üblich, brachten mich die öffentlichen Verkehrsmittel in das Zentrum von Sevilla. Ich nahm an der Stadtrundfahrt im offenen Doppeldeckerbus teil, dabei bestaunte ich beispielsweise die Hinterlassenschaft in Form von hübschen Gebäuden der Expo 1929. Am Nachmittag besuchte ich unter anderem die Kathedrale von Sevilla, dies war während dieser Reise die einzige Kathedrale, die ich gründlicher von innen anschaute. Die 90 m hohe Giralda in der Nordostecke der Kathedrale eröffnet einen wunderbaren Ausblick auf Sevilla.

Blick von der Giralda über Sevilla 

9.06 Sevilla - Mérida - Badajoz
Anfiteatro de MéridaAn diesem Tag war der Vormittag ziemlich verregnet. Nebst im Auto verbrachte ich die meiste Zeit in Mérida. Dort besuchte ich unter anderem das Museo Nacional de Arte Romano, Anfiteatro und Teatro Romano.

Portugal

Ich war das erste Mal in Portugal und verweilte dort knapp 10 Tage, dadurch erhielt ich nur einen oberflächlichen Überblick über dieses Land. In Portugal scheint der Tourismus in natürlicheren Bahnen zu verlaufen als in seinem Nachbarland Spanien, beispielsweise hat es weitaus weniger sichtbare Verbauungen für gut betuchte Inländer bzw. Ausländer und den Massentourismus.

10.06 Badajoz - Elvas - Évora - Lissabon
Sé – Kathedrale von ÉvoraSchon nach einigen Klinometern nach der Grenze zu Portugal erreichte ich Elvas. Diese von einer Festungsmauer umgebene Stadt war mein erster Stopp in Portugal. Der gesamte historische Ortskern ist in der UNESCO-Liste des Welterbes.

Die Fahrt ging weiter nach Évora, der Stadtkern ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf Grund des Feiertages "Dia de Portugal", war dies ein sehr ruhiger Tag auf den Strassen, die Grossstadt Lissabon war fast verkehrsfrei.

11.06 Lissabon Tag 1
Castelo de São Jorge
Zuerst kaufte ich mir die LisboaCard für 2 Tage, damit gibt es freie Fahrt in allen Bussen, der U-Bahn und freie oder reduzierte Preise in Museen. Die Fahrt mit der Strassenbahn 28 (Elétrico Turismo) lässt einen erkennen, dass es in Lissabon fast immer bergauf und bergab geht. Das Castelo de São Jorge wurde auch an diesem Tag besucht, von dort gibt es auch eine gute Aussicht auf Lissabon.

12.06 Sintra und Lissabon Tag 2
Blick auf Sintra - Centro_HistóricoAm Morgen ging es mit der Bahn nach Sintra, die Kleinstadt liegt 25 km westlich von Lissabon. Die Sehenswürdigkeiten ziehen Scharen von Touristen an, ich besuchte zuerst den Palàcio Nacional de Sintra und danach macht ich einen Spaziergang zum Castelo dos Mouros.

Den restlichen Tag verbrachte ich im Zentrum von Lissabon.

13.06 Lissabon - Vila Nova de Milfontes - Quarteira
Von der Grossstadt ging es südlich in die Algarve, dabei genoss ich eine Rastpause in Vila Nova de Milfontes.

Strand von <br />Vila Nova de Milfontes

14.06 Quarteira - Cabo de São Vicente - Fortaleza de Sagres - Lagos - Albufeira - Quarteira
Zuerst ging es nach Cabo de São Vicente, dies ist die Südwestspitze des europäischen Festlands.

Steilküste Cabo de São Vicente 
Lagos - Praia do Camilo
Nach dem Besuch des Fortaleza de Sagres machte ich auch noch Bekanntschaft mit der Polizei von Portugal. Auf diesem grossen Parkplatz wurden neulich sehr viele Auto ausgeraubt, erkennbar an den stumpfkantigen Glaskrümeln am Boden. Ich hatte ein Autofenster leicht offen gelassen, daher erkundigte sich der Polizist, ob etwas gestohlen wurde.

Lagos war sehr ruhig und angenehm und hat einige bezaubernde Strände und gute Restaurants. Albufeira wirkte schon viel touristischer als Lagos, aber es ist nicht soweit verbaut wie einige touristische Küstenorte in Spanien.

15.06 Quarteira - Tavira - Faro - Quarteira
An diesem Tag erkundete ich die östliche Richtung der Küste. Gestartet hatte ich in Tavira, dort kann der Strand nur mit der Fähre oder bei einer schmalen schwimmenden Brücke erreicht werden. Die "Ilha de Tavira" gehört zum Ria Formosa Natural Park und ist eine lang gestreckte Sandbank.

Ilha de Tavira
Zwischen dem Festland und der Insel befindet sie eine von Gezeiten abhängige Lagune.

Faro war die zweite Station an diesem Tag, nach dem Zentrum ging es an den Praia de Faro.

16.06 Quarteira - Mértola - Coimbra
Castelo de MértolaIch wählte eine Fahrstrecke, die mehrheitlich nicht über Autobahnen führte, daher verbrachte ich an diesem Tag überdurchschnittlich viele Stunden im Auto. Mértola war der einzige Ort, wo ich meine Fahrt für eine längere Zeit unterbrach, ich besuchte unter anderem das Museum Mértola.

17.06 Coimbra - Manteigas (Parque Natural da Serra da Estrela) - Foz-Tua
Für Coimbra konnte ich mich wenig begeistern, umso mehr für die gesamte Fahrroute nach Foz-Tua. Durch die Wahl meiner Route verbrachte ich circa 5 Stunden hinter dem Steuerrad, wobei ich dabei mit schönen Ausblicken belohnt wurde.

Ausblick bei der Fahrt nach Manteigas
Diese Route führte auch durch den Parque Natural da Serra da Estrela. Im Park machte ich in Manteigas einen längeren Halt, um Informationen über den Park zu erfragen.

18.06 Foz-Tua - Alijó -Pinhão  Braga - Viana Do Castelo - Braga
Zuerst wurde die schöne Fahrt durch das Douro-Tal vorgesetzt, gerade die Gegend Alto  Douro ist unbeschreiblich schön.
Ausblick in der Gegend Douro
Einen grossen Teil des Nachmittages verbrachte ich in der Stadt Braga und gegen den Abend gab es noch eine Rundfahrt nach Viana de Castelo.

19.06 Braga - Parque Nacional da Peneda-Gerês - Porto - Braga
Blick von der Ponte Dom Luís IDer Nationalpark Parque Nacional da Peneda-Gerêskonnte mich wenig begeistern, daher beschloss ich, den restlichen Tag in Porto zu verbringen.

20.06 Braga - Santiago de Compostela - Camariñas - Santa Cruz de Oleiros
Catedral de Santiago de CompostelaAn diesem Tag ging es zurück nach Spanien, einen längeren Zwischenstopp legte ich in Santiago de Compostela ein. Die Altstadt war sehr gut besucht, wahrscheinlich auf Grund des Wochentages Sonntag.

Das Wetter in Richtung Camariñas war sehr bewölkt, nicht so in den übrigen Gegenden meiner Tagesroute.

21.06 Santa Cruz de Oleiros - Cedeira - San Roque del Acebal
Der Morgen begann mit einem ausgedehnten Spaziergang in Santa Cruz de Oleiros. Der Hauptstopp während dieses Tages war in Cedeira.

22.06 Picos de Europa
An diesem Tag war Postkartenwetter für die Wanderung "Garganta del Cares" angesagt. Dies ist ein beliebter Bergwanderpfad über dem Río Cares zwischen zwei der drei Massiven der Picos. Die 18 km Hin- und Rückweg mit dem Start- und Endpunkt in Poncebos ist nicht sehr anstrengend.

Nach der Wanderung erkundete ich bequem einen Teil der Picos im Auto.

23.06 San Roque del Acebal - Santillana del Mar - Pamplona - Imárcoain
In Pamplona war ich schon im Jahre 2004. Die Buchhandlungen in Pamplona waren das primäre Ziel, ich war noch immer auf der Suche nach einem Wanderbuch der Pyrenäen.

24.06 Imárcoain - Col du Somport - Biescas
Auf Grund der kurzen Fahrstrecke von Imárcoain nach Biescas, hatte ich genügend Zeit um noch den Col du Somport zu von der französischen Seite her zu überqueren.

25.06 Wanderung im Parque Nacional Ordesa y Monte Perdido.
Ich genoss bei wunderschönem Wetter die herrliche Wanderung Circo de Soaso.

26.06 Biescas - El Portalet - Tarbes (F) - Vielha
Ich hatte noch die Wanderung des Vortages in den Beinen bzw. noch mehr in den Füssen. Daher war ich dankbar, an diesem Tag nicht zu viele Kilometer auf den Beinen zu sein. Ich legte einen längeren Stopp in Tarbes ein, wobei ich an dieser Stadt nichts Besonderes fand.

27.06 Vielha - Espot - Parque Nacional de Aigüestortes Estany de Sant Maurici - Vielha
Am Morgen sah des Wetter noch einigermassen viel versprechend aus, wobei das Wetter im späteren Vormittag sich immer mit der Schlechtwetterprognose anglich. Es regnete in Strömen, daher dauerte meine Wanderung im Parque Nacional de Aigüestortes Estany nur zirka zwei Stunden.

Andorra

Einmal fuhr ich von der spanischen Seite nach Andorra la Vella und noch nördlicher. Das zweite Mal passierte ich die Grenze nur wenige Kilometer von der französischen Seite her. Andorra mit seinen tiefen Steuern wirkt anziehend für die kauffreudigen Franzosen und Spanier, daher wahrscheinlich die rissige Ansammlung von Kaufhäusern.

Leider hatte ich während meiner beiden Besuche zum Teil sehr regnerisches Wetter, daher ist meine Beurteilung der andorranischen Landschaft eher nicht ernst zu nehmen. Auf mich wirkte das Talbecken eher karg und sehr schmal, somit geht es oft nur bergauf und bergab.

28.06 Vielha - Andorra la Vella - Encamp - Llívia
Trotz meiner schweizerischen Nummernschildern musste ich am Grenzübergang von Andorra nach Spanien mein Gepäckraum öffnen. Ich sagte dem Zollbeamten: "Ich hätte die Menge an Alkohol gekauft, die ich in die Schweiz zollfrei einführen dürfte", diese Aussage genügte dem Zollmitarbeiter und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.

29.06 Llívia - Pas de la Casa - Port d'Envalira - Ax-les-Thermes - Formiguères - Llívia
Dieser Tag war für eine Wanderung vorgesehen, leider spielte das Wetter nicht mit. Somit ging es nochmals in das "Einkaufsparadies" Andorra, diesmal von der französischen Seite her. Danach vertrieb ich mir die Zeit mit einer Fahrroute auf der französischen Seite der Pyrenäen.

30.06 Llívia - Montpellier Süd - Saint-Gervasy - Valence
Mit Montepllier Sud ist das Einkaufszentrum Grand Sud von Montpellier gemeint, diese kannte ich von meinen Montpellier-Aufenthalt im Jahre 2004. Der Aufenthalt in Saint-Gervasy war nicht planmässig, vielmehr wurde er mir aufgezwungen, siehe Saint Gervasy, Frankreich am 30.06.2010.

1.07 Valence - Steffisburg
An diesem Tag fuhr ich fast nur noch auf der Autobahn, ich war schon kurz nach dem Mittag wieder zuhause. Zum Glück war das Wetter wie auch am Vortag sehr schön, mein Auto hatte ein zerschlagenes Türfenster.

Wetter

Das Wetter wahr mehrheitlich sehr sonnig, nur in den Pyrenäen wurden meine Reisepläne durch den Regen unerfreulich tangiert. Auch in Alicante, Mérida und Lissabon gab es kurzeitig Regen, in einer Stadt ist dies weitaus weniger störend als während einer Wanderung oder bei einer Autofahrt über einen Pass.  

Unterkunft

Die nicht in Frankreich liegenden Hotels hatte ich mit zwei Ausnahmen alle über Booking.com reserviert. Meistens reservierte ich das Hotel 1 bis 3 Tage im Voraus, dabei fand ich die Hotelbewertungen bei Booking sehr hilfreich. Von diesen Bewertungen profitierend, gab auch ich meistens meine Erfahrung der Hotel Reservierung bekannt. 

Selektionskriterien für eine Unterkunft

Meine Selektionskriterien für eine Unterkunft beschränkten sich im Allgemeinen auf folgende Punkte:

  • WLAN wird benötigt für den Wetterbericht und die Reservierung der nachfolgenden Unterkunft.
  • Unterkunft mit Gratisparkplatz erhielt den Vorzug. Meine Bereitschaft ist gering, gleichzeitig den Parkplatz beim Hotel zu bezahlen und während eines Ausfluges, abermals einen kostenpflichtigen Parkplatz zu berappen.
  • Das Frühstück war für mich die Ernährungsgrundlage des Tages, daher kamen nur Hotels infrage, von denen ich ein reichhaltiges Frühstück erwarten konnte. Diese Erwartungshaltung wurde nur von wenigen Hotels nicht erfüllt.

Zudem suchte ich nicht unbedingt eine Unterkunft im Stadtzentrum oder direkt am Strand. Das Stadtzentrum konnte ich meistens mit dem öffentlichen Verkehrsmittel erreichen und an den Strand ging es zu Fuss oder mit dem Auto.

Datum Tage Ort Unterkunft
17.05 1 Aix-les-Bains Hôtel Campanile Aix-les-Bains
In Frankreich wählte ich bewusst die drei unterschiedlichen Hotelketten für die ersten Nächte. Natürlich hat Campanile von diesen drei Hotelketten das höchste Niveau.
18.05 1 Orange Etap Hotel Orange
19.05 1 Perpignan Premiere Classe Hotels
20.05 3 Barcelona, Molins de Rei Holiday Inn Express
23.05 1 Tarragona Tarraco Park Tarragona
24.05 3 Valencia Hotel Medium Valencia
27.05 2 Alicante Hotel Campanile Alicante
29.05 1 Baeza Ciudad del Renacimiento
30.05 2 Granada, Monachil Alicia Carolina
1.06 3 San José Hostal Santuario San Jose
4.06 3 Estepona TRH Paraiso
Das Hotel wurde gewählt, weil es ins der mehr oder weniger zwischen Gibraltar und Marbella liegt.
7.06 2 Castilleja de la Cuesta, Sevilla Leflet Castilleja
9.06 1 Badajoz Las Bóvedas
10.06 3 Lissabon SANA Executive Hotel
13.06 3 Quarteira Zodiaco
Quarteira liegt zwischen Sagres und Tavira, daher wählte ich ein günstiges Hotel in dieser Gegend.
16.06 1 Coimbra Best Western Hotel D. Luís
17.06 1 Foz-Tua Casa do Tua
18.06 2 Braga Hotel Rural Alves
20.06 1 Santa Cruz de Oleiros Porto Cobo
21.06 2 San Roque del Acebal Indiana Golf
23.06 1 Imárcoain Oasis Pamplona
24.06 2 Biescas Tierra de Biescas
26.06 2 Vielha Husa Viella
28.06 2 Llívia Hotel Fonda Merce
30.06 1 Valence Hôtel Campanile Valence Sud

Qualität der Unterkunft

Der Euro-Durchschnittspreis dieser Quartiere war im Vergleich zu den Hotels auf meiner Korsikareise im 2007 klar tiefer, obwohl die Qualität eher ein bisschen höher war. Nach der Erfahrung auf dieser Reise muss ich im Nachhinein das Frühstück der Korsikahotels als ärmlich bezeichnen.

WLAN ein Dauerproblem

Was die Zuverlässigkeit von WLAN in den Herbergen betrifft, sollte nicht zu viel erwartet werden. Ich hatte nur in wenigen Zimmer eine ziemlich gute Verbindung, in der Regel kämpfte ich mit Zeitüberschreitungen. Gelegentlich konnte das Problem mit dem Gang in einen öffentlichen Raum des Hotels gelöst werden. Mit ein bisschen Geduld gelang es mir aber immer, eine zukünftige Unterkunft zu reservieren und die aktuellen Wetterprognosen zu sehen.

Negative Ereignisse

Mein Auto bzw. ich wurden zweimal Opfer von Diebstählen. Ich war in der Vorsaison unterwegs, es waren daher nur wenige andere Touristen mit auch auffälligen Nummernschildern unterwegs. Die Schweiz sollte ein Nummerschild kreieren, das nicht so auffällt in den EU-Ländern. Ein schweizerischer Vorsaison-Tourist mit seinem Auto kann mit einem Gnu verglichen werden, welches abseits einer Herde mitläuft. Es wird schnell Opfer eines Raubtieres mangels anderen auffallenden Alternativen.

Aeri Montserrat, Spanien am 23.05.2010

Als ich mit der Seilbahn in Richtung Talstation unterwegs war, sah ich Männer in reflektierenden Warnwesten und dachte mir dabei, es sei gut das dieser Parkplatz bewacht sei. Wahrscheinlich waren es eher die Diebe, die gerade mein Auto ausräumten. Beim Auto angekommen öffnete ich als Erstes den Gepäckraum, mit der Feststellung das mein Gepäck fehlte. Erst danach sah ich die zerschlagene Scheibe. Ein bisschen ratlos ging ich ins nächste Dorf auf der Suche nach der Polizei. Da der Polizeiposten nicht besetzt war, erfragte ich im nächstgelegenen Restaurant nach der Polizei. Die Restaurant Angestellten konnte die urbane Polizei herbeitelefonieren. Diese gaben mir eine Polizeiadresse im Ort meines nächsten Hotelaufenthaltes.

Auto Aeri Montserrat

Nach diesem Vorfall hatte ich nur noch die Kleider die ich trug, sowie glücklicherweise einiger meiner elektronischen Geräte die ich in meinem kleinen Rucksack mitführte. Leider waren die Ladegeräte im gestohlenen Gepäck, somit war der Akku des Mobilephone ziemlich schnell leer telefoniert. Glücklicherweise trug ich das Navigationsgerät mit auf dem Montserrat. Die Diebe stahlen sogar die deutschsprachigen Ferienkataloge über Spanien, Frankreich und Portugal, anderseits hatten sie noch genügend Zeit meine Reservenbrille im Gepäck zu finden und in den Wagen zurück zu werfen. Auch die Sprachkurse der portugiesischen und spanischen Sprache wurden gestohlen, obwohl diese für deutschsprachige Lernende gedacht sind. Die Diebe haben sich mit teilweise mit Dingen eingedeckt, die für sie wahrscheinlich nur vom geringen Nutzen sind, aber für meine Reise durchaus sehr hilfreich.

Die Lehren aus diesem Vorfall

Natürlich prägte dieser Vorfall meine weitere Verhaltensweise während dieser Reise, wann immer ich mein minimales neu erworbenes Reisegepäck nicht im Auto mitführte, klappte ich zwei der hinteren Sitze herunter. Damit erreichte ich eine hohe Transparenz des Innenraums und konnte für mögliche Diebe die Attraktivität dieses aus der Schweiz stammende Auto mindern. Des weiteren suchte ich Parkmöglichkeiten, wo ein Diebstahl weniger wahrscheinlich erschien, dabei hatte das Parkhaus die höchste Priorität. Das hintere Nummernschild mit diesem "blöden" Schweizerkreuz versuchte ich mit dem Parkieren, möglichst "unsichtbar" zu machen.

Saint Gervasy, Frankreich am 30.06.2010

Meine oben genannte Verhaltensweise oder vielleicht auch nur das Glück bewahrten mich bis am 30.06.2010 vor einem weitern Diebstahl, doch an diesem Tag erlebte ich das für mich völlig unerwartete. Ich hatte 2 Tage für die Rückreise von den östlichen Pyrenäen in die Schweiz eingeplant. Dieses Zeitbudget erlaubte mir noch mögliche Einkäufe zu erledigen oder gar der Besuch einer Sehenswürdigkeit. An einer Kreuzung in Saint Gervasy wurde ich eines Besseren belehrt, mein Fahrzeug reihte sich als zweiter Wagen in einer Kolonne vor einer Ampel ein. Plötzlich rannte der Beifahrer des vorderen Wagens vor meiner Beifahrerscheibe und versuchte meinen kleinen Rucksack auf dem Beifahrersitz zu ergreifen, da die Scheibe nur etwa eine Handbreite heruntergefahren war, zerbrach er diese und stahl mir den Rucksack. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, war dieser schon wieder im vorderen Wagen verschwunden. Mir und den anderen beobachtenden Autofahrer blieb nur noch das Aufschreiben der Autonummer des Täterautos. Später als ich dieses Delikt der Polizei rapportierte, stellte sich wie erwartet heraus, dass dieses Täterauto gestohlen war.

Auto Saint Gervasy

Das Foto oben meines Autos wurde natürlich nicht am Tatort, einer Kreuzung in Saint Gervasy aufgenommen. Im Folgenden das Foto der Kreuzung:

Obwohl die Beute für die Täter in Frankreich einen weitaus geringeren Wert aufweist als diese in Spanien, hatte mich diese Attacke weitaus mehr geistig beschäftigt. Wenn jemand in meiner Abwesenheit mein Auto ausraubt, wiegt dies niemals so schwer, wie wenn ein Täter mich in meinem Auto attackiert. Glücklicherweise begleitete mich eine Französin, die sich in ihrem Auto hinter mich einreihte zur Gendarmerie. Dafür werde ich dieser Frau ewig dankbar sein, bei dieser negativen Angelegenheit, werde ich mich auch immer an das hilfreiche und positive Verhalten dieser jungen Frau erinnern.

Nach dem ersten Ereignis änderte ich meine Verhaltensweise leicht, in der Hoffnung damit Wiederholungswahrscheinlichkeit reduziert zu haben. Ich habe aber zurzeit keine Idee, wie ich den zweiten Fall vermeiden oder abwehren könnte.

Auch in der Schweiz wird gestohlen

Denen die glauben in Europa leben alle Diebe ausserhalb der Schweiz, muss ich klar widersprechen. Meine Hausratversicherung musste mir schon einige gestohlene Fahrräder und auch ein Notebook bezahlen.

Das dasselbe Auto innerhalb von 40 Tagen zum Ziel von zwei Diebstählen wurde ist auf den ersten Blick eher aussergewöhnlich. In der Wahrscheinlichkeitsrechnung betrachtet man dies als zwei unabhängige Ereignisse, bezogen auf die Menge der auffälligen Autos (Autokennzeichen mit beispielsweise einem Schweizerkreuz) wurde mein Auto zufällig zweimal von Dieben ausgewählt. Beim Urnenmodell wird die gezogene Kugel wieder zurückgelegt, bei mir ging das Auto nach dem ersten Diebstahl wieder in den Verkehr, konnte somit von Dieben wieder ausgewählt werden.

Wenn weniger manchmal mehr ist

Der materielle Schaden wurde durch die beiden Versicherungen bei der AXA Winterthur zu meiner vollsten Zufriedenheit übernommen. Obwohl es einen gewissen Lerneffekt gab, möchte ich eine Wiederholung eines solcher Ereignisse möglichst vermeiden. Gleichwohl noch die positiven Selbsterkenntnisse:

  • Mit dem ersten Diebstahl ging auch der Bankkontos-Internetzugang verloren, damit war der Wertpapierhandel mittels Internet nicht mehr möglich. Glücklicherweise verlor ich dadurch jegliches Interesse in der Beobachtung von Aktienkursen usw..
  • Nach dem ersten Diebstahl kaufte ich mir nur noch das Nötigste an Kleider, Schuhe usw., dabei wurde mir erst bewusst, wie wenig Gepäck eine solche Reise benötigen würde.
     
  • Nebst den persönlichen Daten, die ich sowieso über den Computer bearbeite, enthielt das gestohlene Notebook sehr viele digitalisiert Daten. Die sensitiven Daten waren mehrheitlich verschlüsselt, trotzdem habe ich nach diesen Vorfällen die Zugangsschranke auf meinem anderen Computer zu diesen sensiblen Daten nochmals erhöht.

Weiterer nützlicher Helfer

  • Vor der Reise musste ich zuerst überredet werden, damit ich mein Smartphone mitführte. Letztendlich erwies es sich als hilfreicher Gegenstand, musste ich doch einige Male telefonieren.

Fazit der Reise

Abgesehen von den beiden Diebstählen war es eine angenehme Reise. Die Spanier und Portugiesen sind dem Umgang der Touristen gewohnt, daher sind negative Überraschungen auch kaum zu erwarten. In beiden Ländern hat sich der westeuropäische Lebensstandard durchgesetzt, Unterschiede beispielsweise zu einer Schweiz sind für den Touristen kaum erkennbar. Ich bin der Überzeugung, dass das Sortiment in den spanischen Supermärkten bezüglich Lebensmittel viel umfangreicher ist als dies unserer beiden schweizerischen Detailhandelsriesen. Die Spanier sind zudem im Allgemeinen sehr zugängliche Menschen. Bei einer Autoreise muss sich der Reisende aber mehr um Kontaktaufnahme bemühen, zufällige Kontakte entstehen in öffentlichen Verkehrsmitteln natürlich eher.

Fotos

Fotos wurden auf das Notebook übertragen und auf der SDHC-Karte gelöscht. Durch den Diebstahl vom 23.05.2010 sind diese Fotos verloren.
Die Fotos wurden zuletzt am 24.06.2010 auf das neue Netbook übertragen, mit dem Diebstahl meiner Digitalkamera am 30.06.2010 fehlen die Fotos der letzten Woche.

Durch die zwei Diebstähle bzw. Angriffe auf mein Auto bzw. auf mich habe ich erhebliche Verluste an Fotos erlitten. Zwischendurch habe ich die Fotos vom Fotoapparat auf das Notebook übertragen, dieses wurde jedoch am 23.05.2010 gestohlen. Danach kopierte ich die Fotos gelegentlich von der SDHC-Karte auf das neu gekaufte Netbook. Beim ersten Diebstahl wurde auch das Ladegerät des Fotoapparates gestohlen, nach dem der Akku der Digitalkamera leer war, kaufte ich mir ein Ansmann Digicharger Vario Pro, weil die Fotos des Mobile Phone nie die Qualität der Digitalkamera erreichten.

Meine Fotos

Gefahrene Route

In der folgenden Karte ist die Autoroute nicht exakte dargestellt, jedoch zeigt sie im Wesentlichen die gefahrene Strecke. Da ich Madrid schon kannte und ich die Nähe des Meeres bzw. Berge suchte, führte die Route, besonders in Spanien, mehrheitlich der Küste entlang.