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Bericht

Letztes Jahr hätte ich meine Reise ins Südtirol gerne noch für einige Tage verlängert um einen tieferen Blick ins Vinschgau und das Meraner Land zu erhalten. Leider sagten zu diesem Zeitpunkt die Wetterprognosen trübes Bergwetter voraus, was mich zur Heimfahrt bewog. Mit diesem Wochenausflug habe ich einige schöne Wanderungen nachgeholt.

Reiseführer

Reiseprogramm

Anmerkung: Obwohl ich in diesem Bericht von erwanderten Höhenmetern schreibe, war dies während meiner Wanderungen nebensächlich. Im Allgemeinen bringt mich eine Wanderung mit der Überwindung von 1000 - 1900 Höhenmeter nicht an meine Leistungsgrenze. Über 1900 Höhenmeter wird die Begehbarkeit des Weges, die Gesamtdistanz der Wanderung usw. vor Beginn der Wanderung erkundet.

23.09: Steffisburg - Davos - Flüelapass - Ofenpass (Wanderung Piz Daint) - Burgeis
Am späten Vormittag fuhr ich in Richtung Davos ab. Mir war noch unklar, ob es zeitlich für eine Wanderung reichen würde. In Davos machte ich eine kurze Fahrpause und entschied mich aufgrund des hervorragenden Wetters für eine Wanderung ausgehend vom Offenpass.

Für mich leider ungewöhnlich begab ich mich nach 16:30 Uhr auf eine Wanderung. Indes sind der frühe Morgen und der späte Abend die bevorzugten Zeiten für Fotos mit weicherem Licht. Richtig interessant wäre natürlich die Lichtstimmung einige Minuten vor dem Sonnenuntergang, jedoch vermeide ich Nachtwanderungen. Die Wanderung auf den Piz Daint konnte ich zeitlich problemlos unter Tageslicht bewältigen.
Piz Daint mit Blick nach Ortler
In Burgeis angekommen und damit erst 50 Minuten nach der Wanderung war es schon dunkel.

24.09: Burgeis - Sulden (Wanderung Payerhütte) - Mals - Burgeis
Etwa 45 Minuten dauerte die Autofahrt von Burgeis nach Sulden. Die Wanderung stieg von Sulden 1906 m ü. M. zur Payerhütte auf 3020 m ü. M. an und war daher mit seinem 1100 Höhenmeter keine allzu grosse Anstrengung.
Gegend Payerhütte mit Blick auf Stilfser Joch
Ein Jahr zuvor verliess ich das Südtirol über das Stilfser Joch und Umbrailpass in die Schweiz. Mit dieser Wanderung ist während der letzten 20 Minuten, vor dem Erreichen der Payerhütte, die kurvenreiche Passstrasse aus der Weite herrlich einsehbar.

Den Nachmittag beendete ich mit einem Spaziergang durch das Zentrum von Mals.

25.09: Burgeis - Schlinig (Wanderung Uina Schlucht) - Schluderns - Burgeis
Wanderweg entlang der Uina Schlucht
Das Wetter wechselte zwischen leicht und stark bewölkt, nicht unbedingt die Einladung für in die Höhe zu gehen. So entschied ich mich, für einmal die Schweizer Landesgrenze mit einer Wanderung zu überqueren. Mit weniger als einer viertelstündigen Autofahrt erreichte ich Schlinig, den Ausgangsort meines Marsches in die Uina Schlucht. Nur zur Sesvennahütte auf 2245 m ü. M. und später in der Uina Schlucht werden spürbare Höhenmeter erwandert, der Schlinigpass ist flach und als solcher nicht erkennbar. Der in Fels gehauene Steig durch die Uina Schluch ist sehr beeindruckend.

Den benötigen Kaloriennachschub besorgte ich mir am späteren Nachmittag in Schluderns.


26.09: Burgeis
St. Valentin auf der Haide (Rundwanderung Zehner, Elferspitze) - Burgeis
Für diesen Tag prognostizierten die Wetterfrösche sonniges Wetter. Leider waren diese Prognosen allzu optimistisch. Ich parkierte das Auto bei der Haideralm Talstation in St. Valentin auf der Haide und begab mich zur Bergstation Schöneben. Dort setzte ich die Wanderung in Richtung Zehner auf 2673 m ü. M. fort. Glücklicherweise verbesserte sich das Wetter in dieser Gegend vorübergehend.
Elferspitze mit Blick nach Graun und Grauner Berg
In der Zeit zwischen 13:30 bis 15.00 Uhr war der Ausblick von der Elferspitze auf 2924 m ü. M. besser als erwartet. Anderseits gibt es nur die Route über die Elferspitze, sonst hätte ich eine Wiederholung des Wanderweges gehabt. Den Abstieg setzte ich in Richtung St. Valentin auf der Haide fort, wo ich mich danach noch mit einem süsslichen Kaloriennachschub verwöhnte.

27.09: BurgeisLatsch (Rundwanderung Vermoi) - Naturns
An diesem Tag war ein Hotelwechsel nach Naturns angesagt, damit bekam ich mehr Nähe zum östlichen Vinschgau und Meraner Land. Gemäss meiner Erfahrung ist die Strasse zwischen Schluderns nach Meran sehr anfällig für Verkehrstaus und daher möglichst zu vermeiden. Doch zuerst war eine Wanderung ausgehend vom St. Martin im Kopfel angesagt. Ich parkierte in Latsch bei der Talstation der Seilbahn St. Martin im Kofel. Die Seilbahn beförderte mich von 640 m ü. M. in das Bergbauerndorf auf über 1740 m ü. M. Schon nur einige Meter von der Bergstation entfernt gibt es einen herrlichen Ausblick in Richtung Nationalpark Stilfserjoch.
St Martin mit Blick über Latsch
Ich entschied mich für eine Wanderung in östliche Richtung auf die Vermoi Spitze statt der Zeriniger Spitze der entgegengesetzten Himmelsrichtung. Nebst dem ersten Reisetag war dieser Tag bezüglich des Wetters der Spitzenreiter dieser Wanderwoche. Nur vereinzelte Wölkchen verzierten den Himmel und die Fernsicht war sehr gut. Die Rundwanderung war nicht anstrengend obwohl des ausgedehnten Rückweges über die Trumsalm und dem Vinschger Höhenweg.

Zurück mit der Seilbahn machte ich an diesem Samstagnachmittag noch einen Spaziergang in dass sich ins Wochenende verabschiedete Latsch. Glücklicherweise war noch eine Bäckerei mit einigen kalorienstarken Süssigkeiten geöffnet.

28.09: NaturnsLana (Wanderung Hochwart) - Naturns
Von Naturns erreichte ich in weniger als einer halben Stunde Autofahrt die Talstation der Seilbahn Vigiljoch in Lana. Diese beförderte mich auf 1486 m ü. M., dem Ausgangspunkt meiner Wanderung auf den Naturnser Hochwart auf 2607 m ü. M.. Nur an der Tal- und Bergstation der Seilbahn musste an diesem kaum bewölkten Sonntag mit Wartezeit gerechnet werden. Am Anfang des Aufstieges gab es noch Nebel, dieser lichtete sich ab der Bärenbad Alm.
Hochwart mit Blick in Richtung Dolomiten
Der Wanderweg in Richtung Hochwart war angenehm einsam, die vielen Ausflügler mit ihren Teils grossen Rucksäcken und Wanderschuhen verteilten sich wahrscheinlich auf die zahlreichen Gasthäuser.

29.09: NaturnsSaltaus (Rundwanderung Hönigspitze - Hirzer) - Naturns
Meine Wanderung am Vortag war südlich von Meran, daher wählte ich an diesem Tag das nördlich von Meran liegende Passeiertal. Bei sehr schönem Wetter fuhr ich in circa 40 Minuten von Naturns nach Saltaus zur Talstation der Hirzer Seilbahn. Die voll besetzte Kabine brachte mich zur Mittelstation Prenn auf 1404 m ü. M., alle andern Passagiere liessen sich nach Klammeben befördern. Ich wollte eine Wanderung, die mich zuerst durch einen schönen Wald führte. Ich wählte den Weg in Richtung Staffel Alm mit dem Teilziel Hönigspitz.
Aufstieg Hönigspitze mit Blick in Richtung Meran und Nordwesten
Nach einer längeren Pause setzte ich die Rundwanderung mit dem Hirzer auf 2781 m ü. M. fort. Der Abstieg folgte über Tallner Alm und Hochwies zur Mittelstation der Hirzer Seilbahn.

30.09: Naturns - Davos - Steffisburg
An diesem Tag wurde ich ein Opfer der Wetterprognosen von SRF Meteo. Ich frühstückte früher und beeilte mich für die Abreise. Vorgesehen war eine Wanderung auf das Flüela Schwarzhorn, damit hätte ich die fünfeinhalb Stunden Heimfahrt mit einer Wanderung unterbrochen. In Südtirol war das Wetter kaum bewölkt, jedoch im Münstertal nahm die Bewölkung in westlicher Richtung immer mehr zu. Auf dem Flüelapass angekommen fielen sogar Regentropfen, vom prognostizierten Schönwetter im Bündnerland war wenig übrig geblieben. So gestaltete ich gegen Mittag eine Fahrpause in Davos und konnte danach ohne Verkehrsstörung meine Heimreise zu Ende fahren.

 

Fazit dieser Wanderwoche

Auch nach dem zweiten Aufenthalt im Südtirol habe ich noch einige Regionen, die ich gerne genauer mit den Wanderschuhen erkunden möchte. Für mich ist es ein sehr anziehendes Gebiet mit schönen Bergen, hervorragenden Wanderungen und einer sehr guten Infrastruktur.

Fotos

Die Fotos wurden im August 2015 erneut überarbeitet, diesesmal mit Adobe Photoshop Lightroom 6 bzw. CC (2015) und Color Efex Pro. Damit wollte ich herausfinden, ob sich die Qualität der Fotos mit einem geänderten Workflow im Post-Processing steigern lässt, siehe "Hobby Reisen".

Ich hatte nur das Kit-Objektiv F2.8 12-35 mm, bei einem Formatfaktor (Crop-Faktor) der Lumix GH3 von 2, ergibt sich umgerechnet auf das Kleinbildformat eine Brennweite von 24-70 mm. Manchmal wäre eine Brennweite ausserhalb dieses Bereiches wünschenswert. Meine Fotos wurden wie üblich mit GPS-Daten des Smartphones angereichert. Die Lumix GH3 hat verfügt über eine Neigungssensor-Anzeige, diese nutze ich bei der Aufnahme meiner horizontalen Panoramabilder. Dadurch ist der Verschnitt auch ohne Stativ nach dem Photomerge gering.

Gefahrene Route